Serge Quazzotti

Was ist drin für das Handwerk? - IPIL GIE

Mon entreprise Publié le 24.09.2020

cdm

Das Institut de la Propriété Intellectuelle, kurz IPIL, ist seit 2014 zentrale erste Anlaufstelle für Luxemburger Unternehmen zu allen Themen rund um das Immaterialgüterrecht, bzw. Geistiges Eigentum.

Aber was genau ist das IPIL? Serge Quazzotti, Direktor des IPIL beantwortet uns 3 Fragen hierzu.

 

Herr Quazzotti, das IPIL wurde vor gut 6 Jahren gemeinsam von Wirtschaftsministerium, Finanzministerium, Ministerium für Hochschulwesen und Forschung, der Handelskammer und der Handwerkskammer als GIE ins Leben gerufen, um was genau geht es hierbei?

Das IPIL ist Anlaufstelle für jede Person, somit auch für Unternehmen, die sich mit Fragen zu geistigem Eigentum auseinandersetzen wollen bzw. das auch zunehmend tun müssen. Unsere Mitarbeiter sensibilisieren, informieren und begleiten jährlich an die 200 Luxemburger Unternehmer, um die manchmal doch recht komplexen Themen und Zusammenhängen auf diesem Gebiet zu erläutern.

Konkret leistet das IPIL somit Informationsarbeit, beantwortet Fragen zu technischen Erfindungen und bietet in diesem Zusammenhang auch Patentrecherchen an. Vermehrt erreichen uns auch Fragen zu Markenanmeldung und Markenschutz.

Wir unterstützen und ergänzen damit die eher politische Arbeit des beim Wirtschaftsministerium angesiedelten Office de la propriété intellectuelle, das wiederum Gesetzestexte erarbeitet und Luxemburg in internationalen Organisationen vertritt. Des Weiteren nimmt es nationale Patentanmeldungen entgegen und erteilt Auskunft zu Patent-, Marken- und Designverfahren.

 

Was sind Ihre Erfahrungen der letzten Jahre und wohin entwickelt sich das Angebot vom IPIL in Zukunft?

Wir sind, trotz unserer relativ jungen Jahre, mittlerweile ein bekannter Akteur im Land und konnten in den letzten Jahren bereits einer Vielzahl von Unternehmen weiterhelfen. Das IPIL wird als vertrauenswürdiger und kompetenter Ansprechpartner angesehen und ist gut vernetzt. Kooperationen und funktionierende Partnerschaften sind extrem wichtig, um unsere Dienstleitung bekannt zu machen und den Bedürfnissen der Unternehmen gerecht werden zu können. So bestehen neben der engen Zusammenarbeit mit dem Office de la propriété intellectuelle, auch Partnerschaften mit der Chambre des Métiers, der Chambre de Commerce und weiteren wichtigen Wirtschaftspartnern, sowie zum Beispiel Forschungseinrichtungen, Innovationsagenturen und Inkubatoren. Auch im Ausland sind wir über unsere aktive Teilnahme in verschiedenen Projekte immer auf dem neuesten Stand und mit internationalen Partnern vernetzt.

Unser Dienstleistungsangebot reicht von der Erstberatung im Falle einer konkreten Frage- oder Problemstellung eines Unternehmens, über die Patentrecherche und -analyse, bis hin zu Schulungen, Seminaren und auch größeren Konferenzen. Dazu gehört beispielsweise auch die jährliche Seminarreihe Les Afterworks de la Propriété Intellectuelle, die dem Publikum das Thema Immaterialgüterrecht sehr anschaulich und praxisnah präsentiert.

Wie in jedem Jahr, finden die Afterworks auch in diesem Jahr im Oktober statt. Aus gegebenem Anlass haben wir uns gemeinsam mit den Partnern für die Durchführung in Form von Webinaren entschieden.

Da der Bedarf an Orientierung und Unterstützung im Bereich des geistigen Eigentum zunehmend wächst und es gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen ein zunehmend wettbewerbsrelevanter Faktor wird, ist unser langfristig strategisches Ziel diesem Bedarf der Unternehmen entgegen zu kommen und unser Angebot daraufhin auszurichten.

Wir möchten unsere Position zu diesem Thema und damit auch die Position der Luxemburger Betriebe langfristig stärken.

 

Gehört das Handwerk zu Ihrer Zielgruppe?

Ganz sicherlich gehört das Handwerk zu unserer Zielgruppe. Das Handwerk ist ein sehr kreativer und innovativer Sektor. Somit ist es wichtig, dass gerade auch Betriebe im Handwerk gut über die Möglichkeiten informiert sind, die das Immaterialgüterrecht mit sich bringt, um diese dann auch wirtschaftlich sinnvoll ein- und umsetzen zu können. Im besten Fall ist damit nicht unnötig viel Aufwand verbunden, sodass der Betrieb sich weiterhin auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren kann.

Uns erreichen regelmäßig Anfragen, die auch andere Unternehmen im Handwerk betreffen können. Solche Themen greifen wir dann auf und erarbeiten praktische Infoblätter oder bieten Infoveranstaltungen an, um relevante Themen einem größeren Publikum zugängig machen zu können.

Wenn mich also jemand fragt, ob ihn geistiges Eigentum etwas angeht, ist meine Antwort kurz und eindeutig: Geistiges Eigentum geht jeden etwas an! (La propriété intellectuelle concerne tout le monde !) und damit natürlich: Auch das Handwerk! Das IPIL steht dem Handwerk sehr gerne zur Seite.

 

Weitere Infos

Sie sind interessiert am Thema und haben nun noch mehr Fragen? Dann  finden Sie weitere Informationen zum IPIL, dem Angebot und Kontaktdaten auf www.ipil.lu.