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Energie, CO2 und Kosten sparen im Betrieb – Finanzielle Unterstützung, Neuerungen 2026 und Best practices für KMU 

  • Veröffentlicht am 23.03.2026
  • Sprache: deutsch
Energie, CO2 und Kosten sparen im Betrieb – Finanzielle Unterstützung, Neuerungen 2026 und Best practices für KMU 

Am 06.03.2025 hat der Service eHandwierk in Zusammenarbeit mit der Klima-Agence und Luxinnovation eine Informationsveranstaltung zum Thema „Energie, CO₂ und Kosten sparen im Betrieb – Finanzielle Unterstützung, Neuerungen 2026 und Best Practices für KMU” ausgerichtet. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Initiative „Klimapakt fir Betriber“ und des „Klimaprogramm Handwierk“ statt.


In interessanten Vorträgen wurden den insgesamt mehr als 70 Teilnehmern in einer deutsch- und einer französischsprachigen Session die aktuellen Neuerungen im Bereich der staatlichen Beihilfen für Dekarbonisierungsprojekte in Betrieben erläutert. Fallbeispiele zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen, Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien oder zur sukzessiven Umwandlung des Fuhrparks hin zur Elektromobilität dienten unter anderem dazu, zu erläutern, welche Förderprogramme genutzt werden können. Im Einzelnen wurden folgende vorgestellt:  

  • Fit4Sustainality: Eine umfassende, staatlich geförderte Analyse der energetischen und umweltspezifischen IST-Situation des Betriebs (gegebenenfalls mit Erstellung einer vollständigen CO₂-Bilanz des Betriebs) sowie die Entwicklung eines konkreten, auf das Unternehmen abgestimmten Aktionsplans zur Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen.  
  • SME Packages Sustainability: Beihilfe für KMU zur Förderung von Maßnahmen mit einem Investitionsrahmen von 3.000 bis 25.000 € in den Bereichen Energieeffizienz/Energieeinsparung, CO₂-Footprint, Abfallmanagement und/oder Wassereinsparung (Förderquote: 70 %). 
  • Investitionsbeihilfen zum Umweltschutz: Gesetzlicher Rahmen für größere Projekte (Mindestbeihilfe: 50.000 € für KMU, 100.000€ für große Unternehmen bei unterschiedlichen Förderquoten) in den Bereichen:   
    • Dekarbonisierung (Art. 5) 
    • Zero-Emission Nutzfahrzeuge (Art. 6) 
    • Energieeffizienz (Art. 7) 
    • Erneuerbare Energien (Art. 8) 
    • Wärme- und Kältenetze (Art. 9) 
    • Kreislaufwirtschaft (Art. 10) 
    • Energieinfrastruktur (Art. 11)  
    • Umweltstudien (Art. 12) 
  •   Beihilfen im Bereich Photovoltaik / Batterien:  

    • Klimabonus: Förderung von PV und Batterie (Fokus kleinere Anlagen i Eigenverbrauch, i.d.R. < 30 kWp) 
    • Aktuelle Ausschreibung für PV-Anlagen und Batterien im Eigenverbrauch zwischen 30 und 200 kWp 
    • Förderung von Batterien zur Nachrüstung in bestehenden PV-Anlagen bzw. in Kombination mit PV-Anlagen 
    • Steuervergünstigung: Erhöhte Steuervergünstigung von 18% für Maßnahmen im Rahmen der energetischen Transformation von Betrieben (hier Nutzung erneuerbarer Energien) umgesetzt werden 

Beihilfen im Bereich Elektromobilität:  

  • Emissionsfreie Fahrzeuge: 

    • Klimabonus Mobilität: Beihilfe für die Anschaffung von E-Fahrzeugen (PKW, Transporter) 
    • Beihilfe für KMU für die Anschaffung von Zero-Emission Nutzfahrzeugen N1 – N3 (als einfache Antragstellung)  
    • Aktuelle Ausschreibung im Bereich Zero-Emission Nutzfahrzeuge à Nutzfahrzeuge N2, N3.  
  • Ladeinftrastruktur:

    • Beihilfe für KMU für die Errichtung privater Ladeinfrastruktur 
    • Aktuelle Ausschreibung für die Errichtung privat und öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur à AC-Ladeinfrastruktur 
    • Aktuelle Ausschreibung für die Errichtung privat und öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge (N2, N3 und M2, M3) 
  • Steuervergünstigung Energiewende: Erhöhter Steuerbonus von 18% für Maßnahmen, die im Rahmen der energetischen Transformation von Betrieben umgesetzt werden.  
  • Enoprimes: Zusätzlich zu den staatlichen Beihilfen kumulierbare Beihilfe (im Rahmen des Kompensationsmechanismus des Energielieferanten) im Bereich Energieeffizienz / Energieeinsparung mit aktuell interessanten Fördersätzen u.a. insbesondere für KMU.   

Darüber hinaus gibt es weitere Beihilfen. Unter CDM - Aides aux entreprises - De quoi s’agit-il? sind hierzu weitere Informationen zu finden. Aktuell befinden sich außerdem verschiedene Novellierungen bzw. neue Gesetzesinitiativen (z. B. im Bereich der energetischen Sanierung von Funktionalgebäuden oder Beihilfen für Unternehmen) in Vorbereitung. 

In zwei Erfahrungsberichten von Unternehmen wurden konkrete Umsetzungsbeispiele präsentiert.  

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  • Lionel Sac vom Schreinerbetrieb Miolux zeigte anschaulich, wie im Rahmen von Fit4Sustainability ausgehend von einer umfassenden Analyse und vollständigen CO₂-Bilanzierung insbesondere im Bereich der vor- und nachgelagerten Material- und Lieferketten und Prozesse Transparenz geschaffen wurde und potenzielle Strategien zur CO₂-Einsparung und Wiederverwendung von Materialien entwickelt wurden. So wurden für einzelne Produkte (Trennwandsysteme) sogenannte Product Circularity Data Sheets (PCDS) erstellt, um Daten über die Kreislaufeigenschaften der Produkte systematisch zu sammeln und zu dokumentieren. Mittelfristig soll dies auf weitere Produkte des Betriebes ausgeweitet werden. Schwierigkeiten gab es u. a. bei der Beschaffung der notwendigen Daten, insbesondere im Bereich der Vorlieferanten. Darüber hinaus zeigte Herr Sac konkrete Umsetzungsmaßnahmen im Bereich der Nutzung erneuerbarer Energien (PV-Anlage zur Eigenversorgung) sowie die teilweise Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität. Dies sind weitere Schritte auf dem Weg zum nachhaltigen Schreinerbetrieb. 
  • Im zweiten Erfahrungsbericht zeigte Gregor Schütz vom Hallenbauer Hallcon wie ebenfalls im Rahmen e von Fit4Sustainability die Ausgangssituation des Betriebs analysiert und eine vollständige CO₂-Bilanz erstellt wurde. Darüber hinaus wurde ein Energieaudit erstellt, das eine umfassende Analyse der energetischen Situation sowie Empfehlungen zur Umsetzung von Effizienzmaßnahmen bzw. von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien beinhaltete. Am neuen Standort wurden und werden u. a. folgende Maßnahmen umgesetzt: 
    • Installation einer PV-Anlage von 399 kWp inkl. Batteriespeicher 430 kWh 

    • Biomasse-Kessel zur Hallenbeheizung 

    • Installation einer Wärmepumpen-Anlage zur Beheizung / Kühlung des Bürogebäudes 

    • Schrittweise Elektrifizierung des Fuhrparks 

    • Elektrifizierung des Maschinenparkes 

    • Energie-Monitoring Konzept zur kontinuierlichen Optimierung des Energieverbrauchs 

Ein wesentlicher Punkt, der durch die CO2-Bilanzierung möglich wurde, ist die Ermittlung des CO2-Fußabdrucks des Hallenbaus. Somit können die damit einhergehenden CO2-Emissionen mittelfristig reduziert werden. Mithilfe des Umsetzungskonzepts und des mittelfristigen Aktionsplans können die CO2-Emissionen zukünftig um mehr als 20 % reduziert werden. 

Weitere Informationen zu unseren nächsten Events und Workshops sowie zu den Beihilfen finden Sie in der Agenda

 

Kontakt

Ralf Cavelius

(+352) 42 67 67 – 308
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