Am 6. Mai 2026 hat die Chambre des Métiers in der Philharmonie Luxemburg die neuen Meisterinnen und Meister im Handwerk geehrt. Insgesamt wurden 102 Diplome überreicht, davon elf mit einer zusätzlichen Auszeichnung für besonders hervorragende Ergebnisse. Auch 52 Fachkräfte aus der Lehre erhielten im Rahmen der Promotion du Travail eine Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Leistungen. Die Zeremonie fand im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft statt, darunter Ihre Königliche Hoheit Großherzogin Stéphanie, Premierminister Luc Frieden sowie die Minister Claude Meisch und Marc Spautz. In diesem feierlichen Rahmen wurde erneut die zentrale Bedeutung des Handwerks für Wirtschaft und Gesellschaft in Luxemburg deutlich.
Die Verleihung des Meisterbriefs ist jedes Jahr ein besonderer Moment für das Luxemburger Handwerk. Sie markiert den Abschluss eines anspruchsvollen Ausbildungswegs und würdigt das Engagement, die Ausdauer und das Verantwortungsbewusstsein der Kandidatinnen und Kandidaten. Mit dem Meisterbrief haben sie sich für einen Berufsweg entschieden, der handwerkliches Können mit Unternehmergeist und gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.
Ein starker Moment fürs Handwerk und die kommenden Generationen
In seiner Ansprache betonte Tom Oberweis, Präsident der Chambre des Métiers, die besondere Bedeutung des Meisterbriefs:
„Der Meisterbrief ist weitaus mehr als ein Abschluss. Er ist Ausdruck eines Engagements. Er bedeutet Verantwortung zu übernehmen, Wissen weiterzugeben und die nächste Generation auszubilden. In einer Welt im Wandel bieten Meisterhandwerkerinnen und -handwerker eine wichtige Orientierung. Sie verbinden Fachkompetenz, Resilienz und Innovationsgeist und gestalten so die Zukunft.“
Er erinnerte daran, dass Meisterhandwerkerinnen und -handwerker Schlüsselrollen übernehmen. Sie sind Expertinnen und Experten ihres Fachs, Unternehmerinnen und Unternehmer – und nicht zuletzt Ausbilderinnen und Ausbilder, die Werte weitergeben und Qualität sichern.
Eine Ausbildung in konstanter Weiterentwicklung
Die Verleihung 2026 steht zugleich für die kontinuierliche Modernisierung des Meisterbriefs. Seit 2016 wird diese staatliche Ausbildung im Rahmen eines Reformprozesses weiterentwickelt, unterstützt von Claude Meisch, Minister für Bildung, Kinder und Jugend. Ziel ist es, die Qualität und Attraktivität des Diploms dauerhaft zu stärken und dabei die Entwicklungen des Arbeitsmarktes stets mitzuberücksichtigen.
Die Reform greift zentrale Herausforderungen unserer Zeit auf, unter anderem den ökologischen Wandel, die technologische Transformation sowie wirtschaftliche und organisatorische Veränderungen. Gleichzeitig öffnet sich der Meisterbrief stärker für neue Profile und berufliche Laufbahnen.
Fokus auf einen bedeutenden Fortschritt: der Beruf „Schönheitshandwerker“
Der Abschluss 2026 rückt eine wichtige Neuerung der Reform in den Mittelpunkt. Nach den Reformschritten 2020 im Lebensmittelhandwerk, 2023 in der technischen Gebäudeausrüstung und 2024 im Dachdeckerhandwerk folgt nun der reformierte Meisterbrief „Artisan en Beauté“ / „Schönheitshandwerker“.
Sechs Absolventinnen und Absolventen haben diesen neuen Meisterbrief erworben. Er vereint zwei Berufsfelder: das Friseurhandwerk (vier Abschlüsse) sowie Kosmetik und Ästhetik (zwei Abschlüsse).
Einen Ausblick auf die Entwicklung des Sektors gibt auch der Film „Schéinheetshandwierker – The future is now“, der im Rahmen der Feier in der Philharmonie gezeigt wurde.
Ein starkes Engagement für Gesellschaft und Wirtschaft
Der Jahrgang 2026 zeigt, wie fest das Handwerk in Luxemburg verankert ist. Er steht für die Ausbildung und die Chancen für junge Menschen. Ebenso steht er für gesellschaftlichen Zusammenhalt, ökologische Transformation und wirtschaftliche Resilienz.
Die Chambre des Métiers wird den Meisterbrief auch in Zukunft weiterentwickeln und an die künftigen Bedürfnisse der Handwerksbetriebe anpassen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den digitalen, ökologischen und unternehmerischen Kompetenzen sowie auf der gezielten Förderung der Handwerksberufe bei jungen Generationen.
Ministerielle Reaktionen:
Claude Meisch
„Die Absolventinnen und Absolventen der Meisterausbildung verkörpern eine neue Generation hochqualifizierter Fachkräfte, die die Zukunft des luxemburgischen Handwerks aktiv mitgestaltet. Ihr persönlicher Werdegang, ihr Engagement, ihre Ausdauer und ihre Leidenschaft für den Beruf zeugen von einer starken Motivation, Verantwortung zu übernehmen. Sie zeigen den Willen, die Chancen einer sich stetig wandelnden Welt zu nutzen. Mit dem Meisterbrief erreichen sie einen entscheidenden Meilenstein. Sie übernehmen eine wesentliche Aufgabe: ihr Know-how und ihre Werte weiterzugeben, junge Menschen auszubilden und zu inspirieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Handwerksberufe.“
Marc Spautz
„Der Meisterbrief 2026 steht für den Aufbruch einer neuen Generation von Meisterinnen und Meistern im Handwerk. Sie verbinden Tradition, Innovation und Verantwortung. In einer Arbeitswelt, die sich im ständigen Wandel befindet, kommt diesen hochqualifizierten Fachkräften eine Schlüsselrolle zu. Sie sichern Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit und tragen entscheidend zur Weitergabe des handwerklichen Know-hows in Luxemburg bei.“
Nützlicher Link:
Ansprache von Tom Oberweis, Präsident der Handwerkskammer
Luxemburg, 6. Mai 2026
Pressemitteilung der Chambre des Métiers